Ultrafiltration erklärt

Was ist Ultrafiltration? Wie funktioniert sie? Wie wirkt sie als physikalische Barriere – und was zeichnet GTS-Anlagen technisch aus?

Was ist Ultrafiltration?

Ultrafiltration (UF) ist eine Membrantechnologie zur physikalischen Wasseraufbereitung. Das Wasser wird durch eine semipermeable Membran mit Poren von 0,02 bis 0,1 Mikrometer gepresst. Alles was größer ist als diese Poren – also Bakterien, Legionellen, Rost und Partikel – bleibt zurück.

Legionellen sind 0,3–0,9 Mikrometer groß. Die UF-Membran ist 3- bis 45-mal feiner. Bei intakter und bestimmungsgemäß betriebener Anlage werden Bakterien und Legionellen am Membranmodul mechanisch zurückgehalten. Die hygienische Sicherheit der gesamten Trinkwasserinstallation hängt zusätzlich von Auslegung, Wartung, Hydraulik und Temperaturführung ab.

Was UF zurückhält

  • Legionellen (0,3–0,9 µm) – am Membranmodul mechanisch zurückgehalten
  • Andere Bakterien (≥ 0,2 µm) – am Membranmodul mechanisch zurückgehalten
  • Viren (teilweise, je nach Membran und Prüfbedingungen)
  • Rost, Sedimente, Metallpartikel
  • Trübstoffe und Biofilm-Fragmente
  • Mikroplastik

Was UF durchlässt

  • Wasser-Moleküle
  • Kalzium, Magnesium, Natrium (Mineralien)
  • Kein Kalk wird entfernt
  • Keine Geschmacksveränderung
  • Kein Geruchseinfluss

Filterfeinheit im Vergleich

Mechanischer Filter (80 µm)80 µm

Pflicht nach TrinkwV – hält groben Schmutz zurück, nicht Bakterien

Mikrofiltration (0,1–10 µm)0,1–10 µm

Hält viele Bakterien zurück – nicht alle Legionellen sicher

GTS Ultrafiltration (0,02–0,1 µm)0,02–0,1 µm

Mechanischer Größenausschluss am Membranmodul – Membranfiltrationsklasse für Trinkwasser

Umkehrosmose (< 0,001 µm)< 0,001 µm

Entfernt auch Mineralien – für Trinkwasser meist zu aufwendig

Wie ist Ultrafiltration in Deutschland regulatorisch einzuordnen?

Der Einsatz einer Ultrafiltrationsanlage in einer konkreten Trinkwasserinstallation ist im Einzelfall – produkt-, einsatzort- und betriebsbezogen – mit dem zuständigen Gesundheitsamt und unter Berücksichtigung der jeweils geltenden Regelwerke abzustimmen. Folgende Grundlagen sind dabei einschlägig:

TrinkwV § 20

§ 20 TrinkwV regelt zulässige Aufbereitungsstoffe und Desinfektionsverfahren. Maßgeblich ist die vom Umweltbundesamt geführte und im Bundesanzeiger veröffentlichte Liste.

DVGW W 551

Trinkwassererwärmungs- und Trinkwasserleitungsanlagen; technische Maßnahmen zur Verminderung des Legionellenwachstums. Der DVGW hat zur aktuellen Einordnung von UF-Anlagen in Trinkwasserinstallationen Stellung genommen.

DIN EN 14652

Anlagen zur Aufbereitung von Trinkwasser innerhalb von Gebäuden – Membranfilteranlagen. GTS-Anlagen werden in Anlehnung an diese Norm ausgelegt.

Trinkwasserzulassung der Bauteile

Wasserberührende Bauteile der GTS-UF-Anlagen verfügen über trinkwasserrechtliche Eignungsnachweise. Aussteller, Zertifikatsnummer und Geltungsbereich werden objektbezogen offengelegt.

Gesundheitsamt

Die rechtliche und hygienische Bewertung des Einsatzes erfolgt einzelfallbezogen durch das zuständige Gesundheitsamt. GTS unterstützt bei der Vorbereitung der erforderlichen Unterlagen.

Häufige Fragen zur Ultrafiltration

Was filtert Ultrafiltration – und was lässt sie durch?+

UF hält zurück: Bakterien, Legionellen, Viren (teilweise), Rost, Trübstoffe, Mikroplastik. Durch die Membran passieren: Wasser, Mineralien (Kalzium, Magnesium), gelöste Salze. UF verändert weder Geschmack noch Geruch des Wassers.

Verändert Ultrafiltration das Wasser – werden Mineralien herausgefiltert?+

Nein. Im Gegensatz zur Umkehrosmose lässt UF Mineralien wie Kalzium und Magnesium vollständig durch. Das Wasser behält seinen natürlichen Mineraliengehalt, Geschmack und Geruch unverändert.

Führt Ultrafiltration zu einem Druckverlust?+

Bei herkömmlichen UF-Anlagen ja. GTS-Anlagen haben eine integrierte Pumpensteuerung, die den Druckverlust automatisch ausgleicht – kein spürbarer Druckverlust, egal wie viele Zapfstellen geöffnet sind.

Gibt es Nachteile oder Risiken der Ultrafiltration?+

Ohne aktives Strömungsmanagement können sich Keime auf der Filtermembran ansiedeln (Stagnationsproblem). GTS löst das durch das Crossflow-Prinzip mit integrierter Pumpe, die auch in Ruhephasen für kontinuierliche Strömung sorgt.

Wie oft müssen UF-Filter gewechselt werden?+

Bei GTS-Anlagen frühestens nach 24 Monaten – deutlich länger als bei herkömmlichen Filtern, weil das Crossflow-Prinzip die Membran kontinuierlich freispült. GTS übernimmt das Monitoring und meldet Tauschbedarf proaktiv.