Legionellen – Was Sie wissen müssen
Risiken, Betreiberpflichten und Lösungsansätze – mit Ultrafiltration als physikalischer Barriere am Einbauort.
Was sind Legionellen?
Legionellen sind stäbchenförmige Bakterien, die natürlich in Gewässern vorkommen. In Trinkwasserinstallationen von Gebäuden können sie sich unter bestimmten Bedingungen massiv vermehren und durch das Einatmen von Wassertröpfchen – zum Beispiel beim Duschen – die Legionärskrankheit auslösen: eine schwere Lungenentzündung mit einer Sterblichkeitsrate von 5–30%.
Optimum bei 37°C – hier verdoppeln sich Legionellen alle 15 Minuten
Zuverlässiges Abtöten dauert bei 60°C ca. 30 Minuten – nicht sofort
Einatmen von feinen Wassertröpfchen (Dusche, Klimaanlage, Kühltürme)
Warum entstehen Legionellen in Gebäuden?
Legionellen brauchen drei Dinge zum Wachsen: die richtige Temperatur, Stagnation und Nährstoffe (Biofilm, Rost, Sedimente). In schlecht gewarteten oder hydraulisch unausgewogenen Warmwassersystemen finden sie ideale Bedingungen:
- ⚠ Schlecht durchströmte Stränge – Wasser steht still (Stagnation)
- ⚠ Warmwassertemperaturen unter 60°C durch Energiesparmaßnahmen ohne Schutztechnologie
- ⚠ Biofilm in alten Rohrleitungen als Nährstoffquelle
- ⚠ Toträume und selten genutzte Entnahmestellen (Ferienwohnungen, Krankenhäuser)
Betreiberpflichten – Was Sie rechtlich schulden
Als Betreiber einer Trinkwasserinstallation (Vermieter, Wohnungsbaugesellschaft, Hotelier, Heimleitung etc.) tragen Sie die volle Verantwortung für die Trinkwasserqualität bis zur Entnahmestelle. Bei Verstößen drohen:
Gesundheitsamt kann sofortige Maßnahmen und Nutzungsverbote anordnen
Gemäß § 72 TrinkwV bei Verstößen gegen Untersuchungspflichten
Schadensersatz bei Erkrankungen von Mietern oder Gästen
Fahrlässige Körperverletzung bei nachgewiesener Pflichtverletzung
Die Lösung: physikalische Membranbarriere durch Ultrafiltration
Die GTS Ultrafiltrationsanlagen filtern das Trinkwasser mit einer Membran, deren Porengröße kleiner ist als Bakterien und Legionellen. Bei intakter und bestimmungsgemäß betriebener Anlage werden filtrierbare Mikroorganismen am Membranmodul mechanisch zurückgehalten – ohne Zugabe von Desinfektionsmitteln im regulären Filtrationsprozess.
Häufige Fragen zu Legionellen
Ist die Legionellenprüfung für Vermieter Pflicht?+
Ja. Vermieter von Mehrfamilienhäusern mit zentraler Warmwasserversorgung und mehr als 400 Liter Speichervolumen sind zur regelmäßigen Legionellenprüfung verpflichtet (§ 14 TrinkwV). Die Untersuchung muss mindestens alle 3 Jahre durch ein akkreditiertes Labor erfolgen.
Wie schnell bilden sich Legionellen im Warmwasser?+
Bei 37°C – dem Wachstumsoptimum – können sich Legionellen alle 15 Minuten verdoppeln. Schon nach wenigen Tagen Stagnation können aus wenigen Keimen gefährliche Konzentrationen entstehen.
Welche Pflichten haben Eigentümer nach der Trinkwasserverordnung?+
Eigentümer und Betreiber müssen die Trinkwasserqualität bis zur Entnahmestelle sicherstellen, regelmäßige Untersuchungen durchführen lassen, bei Auffälligkeiten eine Gefährdungsanalyse erstellen und Maßnahmen einleiten. Alle Maßnahmen müssen dokumentiert werden.
Wie ist das Legionellen-Programm der Wärmepumpe einzuordnen?+
Bei Wärmepumpen ist in der Regel ein Legionellen-Schutzprogramm eingestellt, das das Warmwasser regelmäßig auf 60 °C aufheizt. Eine Anpassung der Temperaturführung ist nur unter den in der DGKH-Stellungnahme 2023 genannten Voraussetzungen möglich – insbesondere einwandfreie Installation, keine Legionellen-Überschreitung in der letzten Untersuchung der zurückliegenden drei Monate, kontinuierliche Messwertüberwachung und Information des zuständigen Gesundheitsamts. Das energetische Potenzial einer Wärmepumpe ist objektspezifisch zu bewerten.
Wie wirkt Ultrafiltration gegen Legionellen am Membranmodul?+
Die UF-Membran hat Porengrößen von 0,01–0,1 µm. Legionellen sind 0,3–0,9 µm groß und werden bei intakter und bestimmungsgemäß betriebener Anlage am Membranmodul mechanisch zurückgehalten. Die Wirkung von UF-Anlagen in Trinkwasserinstallationen wurde unter anderem im Forschungsprojekt ULTRA-F (u. a. TU Dresden) untersucht. Die Bewertung des konkreten Einsatzes in einer Trinkwasserinstallation erfolgt im Einzelfall in Abstimmung mit dem zuständigen Gesundheitsamt.
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