Legionellen festgestellt – was jetzt?
Wenn der Untersuchungsbefund den technischen Maßnahmenwert überschreitet, zählt jede Stunde. Hier erfahren Sie, welche Schritte jetzt gesetzlich verpflichtend sind – und wie Sie das Problem dauerhaft lösen.
Technischer Maßnahmenwert überschritten?
Ab 100 KBE/100 ml in der Trinkwasser-Installation sind Sie als Betreiber gesetzlich zum sofortigen Handeln verpflichtet. Wir helfen Ihnen – kostenlos und unverbindlich.
Ihre Pflichten – Schritt für Schritt
Gesundheitsamt informieren
Innerhalb von 24 StundenBei Überschreitung des technischen Maßnahmenwerts (100 KBE/100 ml) muss das zuständige Gesundheitsamt unverzüglich benachrichtigt werden. Dies ist gemäß § 16 Abs. 1 TrinkwV Pflicht.
Bewohner & Nutzer informieren
UnverzüglichAlle betroffenen Bewohner, Mieter oder Nutzer müssen über den Befund und mögliche Nutzungseinschränkungen (z.B. Duschverbot) schriftlich informiert werden. Dokumentieren Sie diese Information.
Gefährdungsanalyse beauftragen
Innerhalb von 2 WochenEine Risikoabschätzung durch einen akkreditierten Sachverständigen ist gesetzlich vorgeschrieben. Sie klärt Ursachen, bewertet das Risiko und gibt Empfehlungen für wirksame Gegenmaßnahmen.
Sofortmaßnahmen einleiten
Parallel zur AnalyseTypische Sofortmaßnahme: Thermische Desinfektion (Aufheizen auf >70 °C, Spülen). Diese beseitigt den akuten Befall – löst aber nicht die Ursache. Ohne strukturelle Maßnahmen tritt Legionellenwachstum meist innerhalb von Wochen erneut auf.
Strukturelle Lösung implementieren
LangfristigNach der Sofortmaßnahme empfiehlt sich eine strukturelle Lösung, die das Wiederauftreten reduziert. Die Ultrafiltration ist eine wirksame physikalische Barriere am Einbauort. Welche Maßnahmen im konkreten Gebäude tragen, ist anhand Risikoabschätzung, Bestand und Behördenabstimmung zu bestimmen.
Warum die thermische Desinfektion allein nicht reicht
Die thermische Desinfektion ist die häufigste Sofortmaßnahme – und trotzdem wiederholt sich das Problem in den meisten Fällen.
Biofilm bleibt bestehen
Legionellen leben in Biofilmen an Rohrinnenwänden. Die Hitze tötet frei schwimmende Bakterien, durchdringt den Biofilm jedoch oft nicht vollständig – Neubesiedlung innerhalb von Wochen.
Totleitungen bleiben kritisch
Selten genutzte Leitungsabschnitte kühlen schnell ab. Hier vermehren sich Legionellen erneut, bevor die nächste Prüfung stattfindet.
Hoher Energieverbrauch
Die kontinuierliche Warmhaltung bei 60–65 °C oder regelmäßige Aufheizung auf 70 °C verursacht je nach Gebäude und Betriebsweise erheblichen zusätzlichen Energieverbrauch. Die genaue Höhe ist objektspezifisch.
Kein dauerhafter Schutz
Studien zeigen: In 60–70 % der Gebäude tritt Legionellenwachstum nach thermischer Desinfektion ohne weitere Maßnahmen erneut auf.
Die dauerhafte Lösung: GTS-Ultrafiltration
Die GTS-Ultrafiltration wirkt als physikalische Barriere am Hausanschluss und reduziert den Eintrag filtrierbarer Mikroorganismen in die Trinkwasserinstallation.
Physikalische Barriere
Membranen mit Porengrößen von 0,01–0,1 µm halten Legionellen (0,3–0,9 µm) bei intakter und bestimmungsgemäß betriebener Anlage am Membranmodul mechanisch zurück.
Selbstreinigend im Betrieb
Crossflow-Spülung reinigt die Membran im laufenden Betrieb. Inspektion, Wartung und Membranwechsel erfolgen nach Wartungsplan.
Ab Tag 1 wirksam am Einbauort
Die Filtration ist ab dem ersten Betriebstag wirksam. Bestandskontaminationen, Biofilm an Rohrwänden und Totleitungen werden nicht durch die Filtration selbst beseitigt; hier sind ggf. ergänzende Sanierungsmaßnahmen erforderlich.
Geprüfte Auslegung
Die GTS-Anlagen werden in Anlehnung an einschlägige Normen wie DIN EN 14652 ausgelegt. Die rechtliche und hygienische Bewertung des Einsatzes erfolgt im Einzelfall in Abstimmung mit dem zuständigen Gesundheitsamt.
Energiepotenzial
In geeigneten Anlagen kann nach Risikoabschätzung, Monitoring und Behördenabstimmung – nach DGKH-Stellungnahme 2023 – die Solltemperatur auf 55 °C am Trinkwassererwärmer und ≥ 50 °C in der Zirkulation gesenkt werden. Das konkrete Energiepotenzial ist objektspezifisch.
Dokumentation & Monitoring
GTS Control dokumentiert Druckdifferenz, Spülzyklen und Betriebsstunden. Die Daten dienen als Grundlage für den Anlagenbetrieb; Bewertung und Betreiberpflichten nach Trinkwasserverordnung bleiben beim Betreiber.
Thermische Desinfektion vs. GTS-Ultrafiltration
| Kriterium | Thermische Desinfektion | GTS-Ultrafiltration |
|---|---|---|
| Sofortwirkung | ✓ Ja (temporär) | ✓ Ja (dauerhaft) |
| Dauerhafter Schutz | ✗ Nein | ✓ Ja |
| Biofilm-Wirksamkeit | ⚠ Eingeschränkt | ✓ Vollständig (Barriere) |
| Totleitungen gesichert | ✗ Nein | ✓ Ja |
| Energieverbrauch | ⚠ Hoch | ✓ Niedrigeres Niveau möglich (objektspezifisch) |
| Wartungsaufwand | ⚠ Regelmäßig hoch | ✓ Wartung nach Plan |
| Rechtliche Einordnung | ✓ Etablierte Sofortmaßnahme | ⚠ Im Einzelfall mit Gesundheitsamt zu prüfen |
| Wiederauftrittsrisiko | ⚠ 60–70 % der Fälle | ✓ Reduziert; keine Sterilität der gesamten Installation |
Häufige Fragen bei Legionellenbefall
Wie hoch ist der Bußgeldbescheid bei unterlassenem Handeln?
Nach § 25 TrinkwV drohen Bußgelder bis zu 50.000 € für Betreiber, die bei nachgewiesenem Befall keine Maßnahmen ergreifen. Zusätzlich besteht zivilrechtliche Haftung gegenüber betroffenen Personen.
Wie lange dauert der Einbau einer Ultrafiltrationsanlage?
Der Einbau einer GTS-Anlage dauert in der Regel 1–3 Tage je nach Gebäudegröße. Die Anlage ist unmittelbar nach dem Einbau betriebsbereit. Eine Unterbrechung der Wasserversorgung ist nur für wenige Stunden nötig.
Wie wird die Ultrafiltration im Rahmen einer Behördenabstimmung eingebracht?
Die GTS-Ultrafiltration wird in Anlehnung an einschlägige Normen wie DIN EN 14652 ausgelegt. Die abschließende Bewertung des Einsatzes in Ihrer konkreten Trinkwasserinstallation obliegt dem zuständigen Gesundheitsamt. Wir stellen die für die Abstimmung erforderlichen technischen Unterlagen zusammen.
Was kostet eine GTS-Ultrafiltrationsanlage?
Die Kosten hängen von Gebäudegröße, Volumenstrom und Installationsaufwand ab. Für ein Mehrfamilienhaus mit 10–20 Einheiten beginnen die Investitionskosten typischerweise bei ca. 3.000–6.000 €. Wir erstellen Ihnen ein kostenloses, unverbindliches Angebot nach Ihrer Anfrage.
Muss ich nach dem Einbau weiterhin Legionellentests durchführen?
Ja, die gesetzlich vorgeschriebenen Probenahmen nach Trinkwasserverordnung bleiben bestehen. Eine Ultrafiltrationsanlage kann die Nachweispraxis im Anlagenbetrieb erleichtern; die Betreiberpflichten selbst bleiben unverändert.
Jetzt kostenlose Notfallberatung anfragen
Unsere Experten kennen die Situation: zeitkritisch, komplex und belastend. Wir helfen Ihnen sofort – mit einer klaren Einschätzung, einem konkreten Lösungsvorschlag und einem unverbindlichen Angebot.