Hydraulischer Abgleich im Trinkwarmwasser
Gesetzlich vorgeschrieben, hygienisch unverzichtbar – und mit GTS-Control elektronisch geregelt, kabellos nachrüstbar und automatisch dokumentiert.
Kurzantwort: Der hydraulische Abgleich stellt sicher, dass alle Zirkulationsstränge gleichmäßig mit warmem Wasser versorgt werden und die Mindesttemperatur von 55 °C im Rücklauf eingehalten wird. Er ist nach DVGW W 551 und Trinkwasserverordnung vorgeschrieben und die Grundvoraussetzung für wirksamen Legionellenschutz.
Was bedeutet hydraulischer Abgleich technisch?
In jedem Gebäude mit zentraler Warmwasserbereitung fließt das Wasser durch ein Netz von Leitungen und Zirkulationssträngen zurück zum Speicher. Ohne gezielten Abgleich nimmt das Wasser stets den Weg des geringsten Widerstands – kurze, nahe Stränge werden überversorgt, entfernte Stränge erhalten zu wenig Durchfluss.
Das Ergebnis: An entfernten Entnahmestellen kommt das Wasser zu kalt an. Temperaturen zwischen 25 und 45 °C schaffen ideale Bedingungen für Legionellenwachstum. Gleichzeitig wird in überversorgten Strängen nutzlos Heizenergie verbraucht.
Unterversorgte Stränge kühlen zwischen den Entnahmen ab
Überversorgte Stränge führen Wärme ungenutzt zurück
Wachsventile regeln passiv – sie gleichen Druckunterschiede nicht aus
Warum ist der hydraulische Abgleich Pflicht?
55 °C im gesamten Zirkulationssystem – ohne Abgleich technisch nicht erreichbar.
Betreiberpflichten: technische Maßnahmen zur Verhinderung von Legionellenwachstum.
Hygiene in Trinkwasser-Installationen – Betrieb und Instandhaltung.
Thermostatische Zirkulationsventile müssen alle 6 Monate inspiziert werden.
Energieeinsparung und Hygiene – kein Widerspruch
Die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) hält in ihrer Stellungnahme vom Februar 2023 fest: Wer thermo-elektrische Zirkulationsventile mit kontinuierlicher Messwertüberwachung (≥ 15-Minuten-Mittelwerte) betreibt und den Abgleich lückenlos archiviert, darf die Vorlauftemperatur auf 55 °C und die Zirkulationstemperatur auf ≥ 50 °C absenken.
Wer seinen Abgleich beweisen kann, darf Energie sparen. GTS-Control liefert diesen Beweis – automatisch, kontinuierlich, rechtskonform.
GTS-Control R – Elektronischer Abgleich für Bestandsgebäude
GTS-Control R ist speziell für die einfache Nachrüstung in Bestandsgebäuden entwickelt, in denen Verkabelung aufwendig oder nicht möglich ist.
Bidirektionale Kommunikation zwischen Master und allen Ventilantrieben – keine Verkabelung nötig.
Die Antriebe gewinnen ihre Betriebsenergie selbst – kein Batteriewechsel.
Bestehende ZRV (z. B. Multitherm) werden umgerüstet – keine Eingriffe ins Rohrsystem.
Alle Temperaturen werden kontinuierlich gemessen, archiviert und sind via GTS Board abrufbar.
Was GTS-Control automatisch erfüllt
- ✓Kontinuierliche Temperaturmessung und -dokumentation an jedem Strang
- ✓Nachweis des korrekten hydraulischen Abgleichs nach TrinkwV
- ✓Halbjährliche Inspektionspflicht für ZRV (VDI/DVGW 6023) durch Monitoring abgedeckt
- ✓Sofortige Fehlererkennung und Alarmierung bei Temperaturabweichungen
- ✓Datenbasis für behördliche Nachweise und Legionellenprüfungen
Häufige Fragen zum hydraulischen Abgleich
Warum dauert es bei uns so lange, bis das Wasser warm wird?+
Lange Wartezeiten sind ein klassisches Zeichen für fehlenden oder mangelhaften hydraulischen Abgleich. Unterversorgte Stränge kühlen zwischen den Entnahmen ab – bei der nächsten Entnahme muss erst das abgekühlte Wasser abfließen. Das kostet Zeit, Trinkwasser und Energie.
Lohnt sich der hydraulische Abgleich mit GTS-Control wirtschaftlich?+
Ja, aus mehreren Gründen: Energieeinsparung durch Abgleich der Überversorgung, mögliche Temperatursenkung nach DGKH-Empfehlung (Heizkostenersparnis), entfallender manueller Aufwand für Betreiberpflichten – und Haftungssicherheit: Ein Legionellenfall mit nachweislichem Betreiberversagen kann existenzbedrohende Folgen haben.
Reicht es nicht, thermostatische Zirkulationsventile einzubauen?+
Nein – thermostatische Ventile auf Wachsbasis regeln nur passiv und lokal. Sie altern, verlieren Regelgenauigkeit und können hydraulische Ungleichgewichte zwischen Strängen nicht ausgleichen. Sie messen nicht, dokumentieren nicht und erfüllen damit die Betreiberpflichten nicht nachweisbar.
Für welche Gebäude ist GTS-Control geeignet?+
Für alle Gebäude mit zentraler Trinkwarmwasserversorgung und Zirkulationssystem: Wohngebäude, Krankenhäuser, Pflegeheime, Hotels, Büro- und Schulgebäude. Besonders geeignet für Bestandsgebäude, in denen Verkabelung aufwendig oder nicht möglich ist.
Weiterführende Themen
→ Warmwasserzirkulation & Kurzschluss-Phänomen
Was passiert, wenn der Abgleich fehlt – und warum nahe Stränge weite Stränge „aushungern".
→ Warum thermostatische ZRVs versagen
Praxisdaten aus 30 Gebäuden: Die mechanischen Ventile halten den Abgleich in der Realität nicht.
→ GTS Board – Monitoring & Dokumentation
Wie Cloud-Überwachung sofort alarmiert, wenn ein Strang unter 55°C fällt.